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Turnverein 1890 Mengede e.V.

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Koordinationstraining - Fitness für den Kopf

Die positive Resonanz hat uns veranlasst, erneut einen Workshop zu diesem Thema anzubieten. Wieder wird Dominik Edelhoff, der Leiter unserer Kung Fu-Abteilung beweisen, welche unserer Gehirnzellen eingerostet sind, aber gleichzeitig auch verblüffen, wie sie mit einfachen und komlexeren Übungen wieder aktiviert werden können. Gesundheitssport ist eben nicht nur das Trainieren von Muskeln, Sehnen und Gelenken. Auch die 100 Billionen (!!) Synapsen wollen beschäftigt werden.

Der Workshop findet statt am:

Samstag, d. 13. Januar 2018, von 14:00 - 16:00 Uhr

Eine Anmeldung zu diesem Workshop ist ab sofort in der Vereinsgeschäftsstelle möglich.

Burckard Bussmann, der bereits beim ersten Workshop dabei war, hat seine Eindrücke in einem Artikel unserer aktuellen TVM InForm wiedergegeben:

Unbenannt

 

Wenn der Jäger zum Hasen wird

Ein Workshop mit Koordinationstraining war angesagt im Gesundheitszentrum des TVM. Nachdem der erste Termin mangels Anmeldungen ungenutzt verstreichen musste, fanden sich am Samstag-Nachmittag des 18. Novembers dann 10 TeilnehmerInnen *) im Gymnastikraum ein, um Aufgaben kennen zu lernen, bei deren Bewältigung auch ausgemachte "Sportkanonen" schnell an ihre Grenzen kamen. Und wer jetzt milde lächelt, soll mal zur Probe einfach mit den Armen die "Windflügel" machen, d. h. seine Arme um das Schultergelenk im großen Kreis bewegen. Einfach nicht wahr? Nur eben dann nicht, wenn zur Aufgabe auch gehört: eine Seite vorwärts, eine Seite rückwärts, und immer schön gleichmäßig. Wer jetzt nicht wild mit den Armen fuchtelte, sondern diese rund und gleichmäßig drehte, wurde zur nächsten Stufe ermutigt: Alles auf einem Bein stehend und nur um deutlich zu machen, dass immer noch eine Steigerung möglich ist, könne man ja noch beim erhobenen Bein mit dem Fuß kreisen.

Initiiert und organisiert hatte dies Dominik Edelhoff, beim TVM Leiter der Kung Fu Abteilung. 23 Jahre jung, studiert er Sport und Biologie auf Lehramt. Zu dieser Grundlage kommt seine besondere Begeisterung für die Kombination von Denk- und Bewegungsaufgaben, die er uns vermittelte und mit der Erkenntnis verknüpfte, dass Koordination niemandem als Gabe in die Wiege gelegt wird. Sie muss schlicht erarbeitet werden, wie etwa die Muskelkraft, oder Ausdauer. Wie schwer es ist, Laufen zu lernen, oder Radfahren, erinnert sich wahrscheinlich nur jemand dem das, etwa nach schwerer Krankheit erneut beschert war. Nicht aufzuhören damit, sein Gehirn anzustrengen und immer neuen Reizen auszusetzen war die Botschaft des gemeinsamen Nachmittags. Und dass Kreuzworträtsel, oder Sudoku dieser Vorgabe nur unzureichend nachkommen, hat wohl jeder schon einmal gehört.

So gewann Dominik leicht wieder unsere Aufmerksamkeit, als das das wechselnde Rollenspiel von Jäger und Hase dran war. Dabei bildet die eine erhobene Hand mit Faust und nach oben gestreckten Zeige- und Mittelfinger einen Hasen, während die andere Hand mit gestrecktem Zeigefinger und rückwärts gekrümmten restlichen Fingern eine auf den Hasen gerichtete Schusswaffe nachahmt. Klingt machbar. Ja, aber nur bis die Hände in flüssigem Wechsel ihre Rollen tauschen sollen.

Beginnend damit, jede einzelne Bewegung seiner Hände konzentriert beobachtend nacheinander auszuführen, stellten sich alsbald Automatiken ein. Nach wenigen Minuten waren die meisten Teilnehmer dann in der Lage den Aufgabenwechsel zwischen Hase und Jäger flüssig zu bewerkstelligen und konnten Übungsleiters Aufforderung folgen, die Augen von den beiden Akteuren abzuwenden und dennoch weiter zu jagen.

In dem Sinne ging es weiter, wobei unser Animateur durch unsere Aufstellung huschend aufmerksam darauf bedacht war, jeden immer bis an sein individuelles Limit zu führen und auch für Könner jeweils noch eine Steigerung bereit zu halten.

Als nach zwei Stunden das Ende eingeläutet war, fand Dominik für sein Kurzseminar in dieser "Sportart" viel Beifall. Auch dafür, dass er den Versuch unternähme, aus dem einmaligen Workshop eventuell ein Kursangebot, oder ähnliches zu bilden. Wir werden das gespannt verfolgen und legen dies auch unseren Mitmenschen nahe.

*) "Natürlich" nicht gelöst werden konnte auch an diesem Nachmittag die über dem Vereinszentrum schwebende Frage, warum eigentlich bei (fast) allen Veranstaltungen des Breiten- und Gesundheitssports unter den Aktiven das weibliche Geschlecht fünf bis zehnmal häufiger anzutreffen ist, als das so sportbegeisterte männliche. Die vom Gender-Mainstreaming auch für unsere Sprache vorgeschriebene Gleichstellung von Frauen und Männern können wir an dieser Stelle auf das Mindestmaß beschränken, waren doch unter den 10 Anwesenden die Herren mal wieder in der krassen Minderheit (zwei).