Text Header

 

Turnverein 1890 Mengede e.V.

Suche

Der "Vereinsdichter" Schettler reimt, was das Zeug hält

Das Jahr 1927 war reichlich mit Arbeit ausgefüllt. Ein Werbeabend im Februar leitete das Turnjahr ein. Dem vollen Haus wurden neben turnerischen Leistungen, Reigen und Tanz Werbeworte in Form eines Vorspruches von Herrn Schettler vorgetragen:

Was kann es wohl Schönres geben,
als ein flottes und lustiges Turnerleben,
wo man turnt und singt und wandert hinaus
und lässt alle Sorgen und Grillen zu Haus?

Liegt auch das Vaterland schwer danieder,
bedrückt von Feinden durch ihre Macht als Sieger.
Wir Turnerinnen und Turner verzagen nicht,
sondern schauen in die Ferne mit Zuversicht!

Denn Wut und Kraft, das sind die Waffen,
die wir durch fleißiges Turnen verschaffen.
Auch den Körper erhalten wir frisch und gesund
Und erfreuen uns so manche Stund!

Wohl ist schon groß die Turnerschar
Und wächst noch ständig von Jahr zu Jahr.
Es darf aber keiner mehr abseits stehen
Und sich das Turnen nur auf den Festen ansehen.

Auch hier im Saal sind gewiss sehr viel,
denen das Turnen früher war höchstes Ziel.
Kehrt zurück zum Turnen, ihr lieben Leute
Und vergesst nicht, was ich sagte schon heute.

Ihr Frauen, die ihr habt einen Turnermann,
der euretwegen nicht zum Turnen kommen kann,
lasst euch bekehren und schimpft nicht mehr,
sondern schickt Eure Männer pünktlich zur Turnstunde her.

Den Jugendlichen möchte ich es besonders sagen,
die dem Turnen bislang nur von Ferne zusahen:
Stählt Euren Körper und holt euch Kraft
In den Vereinen der Deutschen Turnerschaft!

Ihr Mädchen lasst Euer Herz erweichen,
werft ab das Vorurteil früherer Zeiten,
tretet alle ein in unsere Bahn,
denn das Turnen ist kein leerer Wahn!

Nun lasst meinen Worten die Taten folgen
Und denkt nicht, mir hat es nicht gegolten.
Nein alle, alle müssen kommen,
zum eigenen und des Vaterlandes Frommen.

Drum auf zum Kampf im friedlichen Streben,
dann geht es leicht auf allen Wegen.
Ein "Gut Heil" der deutschen Turnerei,
frisch, fromm, fröhlich und frei!